KS-Modellbautage in Stromberg 2007
Einleitung

Erste Frage: "Gab's was Neues?". Klar! Zum Beispiel einen Kartoffelsalat, von dem sich Rolf Tonner noch eine große zweite Portion besorgte - aber das wollt ihr natürlich nicht wissen. Interessanter: noch nie waren wir so schnell mit dem Aufbau fertig - am Freitag ist schon um 22:00 Uhr der erste Zug mit den Waldbahntrucks gefahren.

Also nun zu den wesentlichen Ereignissen: am Eingang zum Saal hatte wie immer Karlheinz STÜMPFL seinen Stand. Die 0e-Freunde waren selbstverständlich neugierig auf seine 0e-Resita. Weil gleich mehrere Resita-Modelleure ihre ja noch ziemlich neuen Modelle mitgebracht hatten, gab es eindrucksvolle Vergleichsmöglichkeiten zum Ausbau-Potenzial dieser Freelance-Maschine. Zukünftig soll es noch eine weitere Variante mit kurzem Führerhaus und "Rucksacktender" geben. Die Vorbestell-Liste für die nächste 0e-Resita-Auflage dürfte gewachsen sein. Daneben gingen die ebenfalls neuen KS-0e-Waldbahnloren fast unter.

Auch Ralf SCHREINER (feldbahn.de) brachte seine neuen, aus gelasertem Holz entstandenen Waldbahn-Fahrzeuge mit, darunter Skeleton Cars und einen "Wohnwagen" auf Skeleton Car. Außerdem ein Toilettenhäuschen, das am Samstag gleich den Weg in Kalles Vitrine schaffte.

Gleich an der Ecke gegenüber hatte Marcel ACKLE sein Diorama aufgebaut. Die meiste Zeit war es dicht umlagert von Bewunderern seiner Gestaltungskunst. Das kommt davon, wenn man einen Könner Modellbau machen lässt. "Supi!"

Neben Marcel saß Arthur HINTERMANN und gab zwei Tage lang kostenlose Tipps zum Thema "Feines löten mit der Flamme". Da dürfte manch ein Zuschauer was gelernt haben. Einer der Zeilenschreiber ist sich nun gewiss:

An diesem Wochenende werkelte Artur an einem Viehwagenmodell der Wassertal-Bahn (bekannt aus der Wassertalbahn-Bilderserie von Fritz Claus). Die Autoren bemerkten, dass der Wagen im Auslieferungszustand gebaut wurde - die Geländer waren einfach viel zu gerade... Dass Arthur auch wieder die höchst nützlichen "Radsatz-Innenmaß-Prüfklötzchen" dabei hatte, dürfte dagegen kaum jemand gemerkt haben. Schade! Denn jenes Maß bedarf bei vielen Modellen einer Überprüfung. Zur Erinnerung: 14,3 mm bis 14,5 mm werden empfohlen!

Bei HENKE gab es einige hübsche neue Details für den Null-Kleingarten zu erwerben: Gießkannen, Eimer, Leiterwagen etc. Ab Oktober ist die Sonderserie der IV K in der Ausführung Epoche 1 fertig zur Auslieferung. Das gezeigte Vorführmodell sah verlockend ansprechend aus. Desweiteren lagen allerlei Bauteile in der Vitrine, wie z.B. Zylinderblöcke. Für Fahrzeug-Selbstbauer lohnt es sich wirklich, im HENKE-Sortiment zu stöbern. Desweiteren gab es in der Vitrine zwei auf MT basierende) Dampfspeicherloks zu sehen. Da drängt sich die Frage auf, warum "man" nicht schon früher auf so ein Vorbild kam. Sicherlich ein leicht zu bewerkstelligender Umbau mit viel Wirkung. Der Antrieb der Opel-Draisine stammt vom SKL und ist (wie man hört) auch einzeln erhältlich. Eine gute Lösung für so manch anstehendes Projekt von Waldbahndraisinen.

Jürgen WEDEKIND hat zur Zeit für 0f-Bahner die Jung-ZL130 und ZL233 in der Fertigung. Für Regelspurer gibt es einen Donnerbüchsen-Bauzug. Ausverkauft werden die Umbausätze der Kastenlok und der Diesellok mit Pufferbohle.

Großraum-Selbstentladewagen hat SCHNELLENKAMP neu im Angebot. Der Bausatz für 65,- EUR, das Fertigmodell für 165,- EUR. Das sind für 0-Regelspur-Modelle erstaunlich günstige Preise!

Vergleichsweise teuer ist Rolf TONNERs neuer 0e-Torfwagen: 129,-EUR kostet der Bausatz. Dafür gibt es dann aber auch ca. 135 Gramm Messingguss-Bauteile. Wer will, kann sich bei Ralf DENKE daraus ein professionell montiertes Fertigmodell machen lassen. Der Gesamtpreis liegt dann bei knapp 200,- EUR und das Modell ist reif für die nächsten tausend Jahre. Zumindest kann man diesem Kleinserien-Modell rein deutsche Fertigung bestätigen. Das ist ja heutzutage auch schon ungewöhnlich. Desweiteren wurde eine Variante eines Feldbahn-Achslagers angeboten, das sich an "problematischen" Lorenrahmen etwas leichter montieren lässt.

Markus KLÜNDER hat nach wie vor seine beiden Triebwagen-Modelle in Arbeit. Die Dinger werden sicher gut, aber "gut Ding will Weile haben". Ist ja bekannt. Unbekannt dürfte hingegen sein, dass Markus das Projekt immer noch optimiert - so hat er nun den Original-Puffer nachgebildet und auch noch Verbesserungen an den Luftkühlern vorgenommen.

Für den Autor RT erfreulich: auf der 0e-Anlage lief u.a. eine umgebaute AlpinLine-Schöma! Unten drunter hatte sie das mittlerweile sehr beliebte Chassis der kleinen ROCO-Werkslok, ausgestattet mit größeren Lokrädern. Eine durchaus preiswerte Möglichkeit für den "Subkapitalisten", zu einem durchaus ansehnlichen 0e-Modell einer etwas anderen Schmalspur-Diesellok zu kommen.

Auf der 0 / 0m-Anlage fiel mir ein hübsches kleines Bahnhofsgebäude auf, das aus Resten von Krakow-Teilen entstanden ist. Für unsere "Betriebler" interessant: Hier wurden erstmals zwei Umsetzbahnhöfe aufgebaut, so dass der Schmalspurteil in der Mitte lag und die beiden Regelspurteile verband.

Sehenswert auch Detlef Rackys Schlagloch-Allee am "anderen Ende" der 0e-Anlage. Dieses Aquarium mit Industriestandort-Charakter dürfte nach Fertigstellung ebenfalls ein Glanzlicht zukünftiger Ausstellungen werden.

Ab- oder ausgestellt auf der 0e-Anlage war eine 0m-Chiemsee-Lok. Ein hübsch offenes Dirndl im Vergleich zur ziemlich komplett angezogenen "Plettenberg". Muss man ja auch mal feststellen dürfen.

Ein zuverlässiger "Lieferant" von faszinierenden Dioramen ist Otto SCHOUWSTRA. Diesmal zeigte er zum Erstaunen des Autors RT "nur" eine H0f-Feldbahn-Anlage. Aber die hatte es in sich! Otto hat ihr nämlich unterirdisch eine "Breitwand-Geräusch-Kulisse" verpasst. Die Geräusche (Sound) fahren mit, könnte man sagen.

Ach ja, einer unserer Nachwuchs-Knirpse fragte angesichts eines 0-Plumpsklos ganz arglos, was das denn sei, ein "Plumpsklo"? Was lehrt uns das? Modellbau kann auch zur Allgemeinbildung der Jugend beitragen, sofern sich die Modellbau-Eltern trauen, ihrem Nachwuchs solche Fragen zufriedenstellend zu beantworten. Was manchmal durchaus pikant werden kann, bei all den dargestellten "Menschlichkeiten".

Auf der Bühne war Hochbetrieb auf Knopf und Knöpfchens H0e-Anlage. Details sind dem Autor RT allerdings entgangen. Wer mehr wissen will, steuert bitte direkt Werners Homepage an: http://www.wek-bahn.com

Erwähnenswert war auch die von Dr. Peter Höhn gutgelaunt vorgetragene "Bilderschau über mehrere Schmalspurbahnen in Tschechien, Slowakien, Ungarn, Rumänien und der Ukraine. Viele Anregungen für "selbstgestrickte" Draisinen waren zu sehen und viele Situationen, bei denen einem deutschen Arbeitssicherheitsmann die Haare zu Berge stehen dürften. Nach der obligatorischen Pause folgte ein weiterer Bildervortrag von Fritz Claus zum Thema Wassertalbahn. Wer bis zum Schluss durchhielt, hatte am Sonntag Morgen reichlich Gesprächsthema.

Ach ja: das von vielen erwartete Duell mit Kupplungshaken, Pufferstangen oder Ölschlamm-Torten wurde modifiziert: die Kontrahenten schlürften Kaffee. Leider konnten die Schiedsrichter keinen Gewinner heraushören, weil die von allen Seiten auf den Duellplatz hereinschallenden Dampflok- und Dieselgoose-Geräusche das Schlürfen übertönten. Die Kontrahenten einigten sich darauf, dass jeder akzeptiert wird, der sein Ding beherrscht.

Detlef Racky / Rolf Tonner